RENC’ART – Kunstobjekt des Monats

Neben den üblichen regelmäßigen Führungen lädt „Renc'Art" ein, jeden Monat ein bestimmtes Kunstwerk innerhalb von 20 Minuten zu entdecken. Über eine detaillierte Analyse des Kunstobjekts hinaus, ermöglicht dieser Fokus einen stets neuen Blick auf die nationalen Sammlungen und fördert damit ihre Rezeption.

Dieses Treffen findet achtmal im Monat statt, immer am Dienstagmittag (12.30 Uhr) und am Donnerstagabend (19 Uhr), und zwar jede Woche in einer der vier angebotenen Sprachen (Französisch, Deutsch, Englisch und Portugiesisch). Freier Eintritt für diese den Blick schärfende und bereichernde Führung.

Betrachten, (mit)teilen, verstehen... im November:

Foni TISSEN (1909 - 1975) : Jahrmarkt

Foni Tissen zählt zu den interessantesten luxemburgischen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Er war einer der wenigen, wenn nicht der einzige Maler, dessen Schaffen von der wichtigen Bewegung des Surrealismus beeinflusst wurde.

In Rumelange gebürtig, kehrte er nach einer europäischen Ausbildung, zunächst in Frankreich in Nancy, dann an der Kunstakademie in Paris und danach in München und Brüssel ins Großherzogtum zurück, um Kunsterzieher am Jungengymnasium in Esch-sur-Alzette zu werden.

Realist, Surrealist, Träumer, sein Werk ist eine Commedia dell'arte, eine menschliche Komödie einer Person. Manchmal ist er ihr Autor als auch der Hauptdarsteller. Ihm zufolge ist das Leben ein Theater. Um diese Maskerade bei der Darstellung des täglichen Lebens zu symbolisieren, spielen seine Gemälde auf die Welt des Theaters an (Masken, Vorhang, Bühne, Kostüme, Schminke) ; ein bemerkenswertes Beispiel ist das Gemälde mit dem Titel Jahrmarkt. Es handelt um Gesellschaftsparodie, insbesondere von Persönlichkeiten wie dem berühmten Kunstkritiker Joseph-Émile Müller.

Diese Genremalerei flämischer Schule war bis ins 17. Jahrhundert sehr beliebt. Es gibt zahlreiche Versionen dieser Szene, sie wurde allerdings mit der Zeit immer mehr zur Karikatur, was die geringe Sympathie für diesen Beruf wiederspiegelte. Und doch war die Rolle des Geldwechslers im mittelalterlichen Wirtschaftssystem im Nebeneinander der zahlreichen Währungen von zentraler Bedeutung. Als fundamentales Arbeitsmittel hat dieser Tisch noch lange nicht ausgedient und verbirgt in sich viele geheime Vorrichtungen.